Chris on Tour

Mein Jahr in Australien, Indonesien, Japan, Neuseeland, Singapur und V.A.E.

21Mai
2014

Tempel, Tempel, und noch mehr Tempel

In der Woche in Kyoto standen Buddhistische Tempel und Geisha Distrikte ganz oben auf unserer Liste. Nachdem wir am ersten Tag wegen Müdigkeit und Regen eher wenig gemacht haben, mieteten wir uns am zweiten Tag wieder ein Rad, und fuhren durch die Stadt. Da es in Kyoto über 1000 Tempel gibt - 17 davon sind Weltkulturerbe - versuchten wir uns erstmal zu orientieren, und eine Auswahl der besten Tempel zu machen. Also fuhren wir mit unseren Rädern von Tempel zu Tempel, schauten uns die verschiedenen Leute an, wurden immer mal wieder von Schulkindern, die ihr Englisch verbessern wollten interviewt, und genossen die Sonne an einem Fluss Ufer.

Am Sonntag, meinem Geburtstag, wurde ich von Anna mit einem Frühstück und einem Bahntrip überrascht. Sie hatte einen Zug gebucht, der durch das Hinterland von Kyoto entlang eines Flusses fährt, und bei dem man die unberührte Landschaft Japans geniessen kann. Nach dieser Fahrt ging es noch in einen bekannten Bambuswald, der eine ganz eigene Atmosphäre hatte. Diese in Bilder zu fangen war leider unmöglich. Den Abend ließen wir in einer Bar, in einem der Geisha Distrikte ausklingen.

Am nächsten Tag ging das Tempelhopping weiter. Den Beginn machte der goldene Tempel, einer der berühmtesten und leider auch beliebtesten. Zusammen mit hunderten, wenn nicht Tausenden anderen Mitstreitern, in der Schlacht wer die meisten Tempel in Kyoto gesehen hat, wurden wir wie die Schäfchen einmal um den Tempel rumgeführt, durften Fotos machen und dann wieder gehen. Nach mehreren eher durchschnittlichen Tempeln kamen wir zu einem besonderen Schrein, der hoch über der Stadt in den Bergen liegt. Der Weg hinauf wird von abertausenden orange-roten Toren bewacht. Da wir leider nicht genug Zeit hatten, konnten wir die 4 Km bis zum Ende des Weges nicht hinauf wandern, und den sicherlich lohnenswerten Blick über die Stadt genießen. Aber allein durch all diese Tore zu gehen, war magisch.

Nach all diesen Tempeln ging es für Anna und mich weiter nach Osaka, nach Tokio die nächste Mega-City in Japan. Dort gibt es außer zahllosen Wolkenkratzern und sehr vielen freundlichen Menschen eine prachtvolle Burg, die über der Stadt thront. Deshalb verbrachten wir den ersten Teil des Tages an diesem wunderschönen Ort, und begaben uns dann am Nachmittag in die pulsierende Innenstadt Osakas. Dass Osaka für sein gutes Essen bekannt ist, erfuhren wir in einem kleinen, aber sehr guten Restaurant am eigenen Leib.

Von Osaka ging es mit dem Zug nach Nara, der ersten Hauptstadt Japans, die - wie Kyoto - für ihre vielen Tempel berühmt ist. Nach dem ersten Eindruck bemerkten wir aber, dass die wahre Attraktion in Nara nicht die Tempel, sondern die Rehe sind, welche die Parks und die Straßen bevölkern. Überall füttern die Touristen und Schulkinder die Rehe, welche die Kekse, die man am Eingang der Parks erwerben kann, den Menschen aus der Hand fressen. Wir hatten trotz der süßen Rehe auch noch Augen für die Tempel. In einem der Gebäude verbirgt sich eins der größten Reichtümer Japans. Im Tempel Todai - Ji befindet sich der weltgrößte, bronzene Buddha, 500 Tonnen schwer und 15 Meter hoch. Diese beeindruckende Statue lockte ebenfalls Unmengen an Besuchern an, deshalb machten wir uns nach einiger Zeit wieder auf den Rückweg nach Osaka.

Dort wartete nämlich ein besonderer Zug auf uns. Wir hatten den Shinkansen, den schnellsten Zug Japans, nach Hiroshima gebucht. Mit 300 km/h rasen diese sogenannten Shinkansen durchs Land. Von Tokio nach Osaka in 3 Stunden, von Osaka nach Hiroshima in weniger als 1einhalb Stunden, besser und bequemer kann man nicht reisen. Und: Jeder dieser Züge fährt auf die Sekunde genau ab. Japanische Präzision und Effizienz vollendet. Der normale Zug von Osaka nach Hiroshima würde übrigens sechs Stunden brauchen.

Shinkansen

Völlig entspannt sind wir heute Abend in Hiroshima angekommen, einer Stadt mit großer Geschichte. Erstmal haben wir uns aber noch nicht mit dem Atombomen Denkmal und den Museen befasst, das steht morgen auf dem Programm. Wir waren gerade in einem kleinen Restaurant direkt neben unserem schönen Hostel essen, und haben die Spezialität Hiroshimas probiert. Ohne zu wissen was wir da essen, wie viel es kostet, oder auch nur irgendeiner Verständigung mit der Köchin und der Bedienung, sprangen wir ins kalte Wasser und probierten den Mix aus Pfannkuchen, Nudeln, Salat, Eiern und noch einigen Zutaten, die wir nicht erraten konnten. Klingt vielleicht eklig, war aber sehr, sehr lecker. Die Menschen hier sind sehr freundlich, und irgendwie auch lustig. Man würde gar nicht auf die Idee kommen, dass diese Familien vor langer Zeit mit solch einer Katastrophe konfrontiert wurden, und alles verloren.

Mehr über Hiroshima das nächste mal, bis bald...