Chris on Tour

Mein Jahr in Australien, Indonesien, Japan, Neuseeland, Singapur und V.A.E.

17Dezember
2013

Fishing

Diesen Sonntag hatte es 34 Grad, fast keinen Wind und optimale Bedingungen zum Fischen. Also sind der Gastvater, ein Freund von ihm und ich, um halb 4 nachts aufgestanden um möglichst früh mit dem Boot auf dem Wasser zu sein. Nachdem ich mir schon alle möglichen Tipps gegen Seekrankheit geben ließ - Ohrstöpsel in ein Ohr tun damit der Gleichgewichtssinn ausgeschaltet ist, beruhigende Tabletten etc. - war ich recht optimistisch dass ich einen wundervollen Tag auf See haben würde.

Da es um 5 Uhr morgens allerdings noch recht bewölkt und frisch war, war ein schöner Sonnenaufgang nicht sichtbar. Das Boot zu Wasser zu lassen war auch etwas schwierig da die Wellen dauernd gegen das Boot schlugen und wir deshalb völlig durchnässt waren. Klugerweise hatten wir nichts trockenes zum wechseln dabei. Die Fahrt raus aufs Meer war sehr rasant. Etwas zu wild für mich und vor allem für meinen Magen. Noch ging es aber und ich wollte mein erstes Fischer Erlebnis genießen. Zu meiner Erheiterung begleiteten uns ein paar Delfine auf dem Weg in den Ozean.

Nach ein paar Minuten hatte ich auch schon einen relativ großen Fisch an der Angel, der auch noch zu den absoluten Delikatessen gehört. Stolz über meinen Fang wollte ich erstmal den Fisch mit der Kamera fotografieren. Als ich die Kamera herausholte, sahen wir dass sich eine Angel extrem bog, was bedeutete dass wir einen sehr großen Fisch an der Angel hatten. Nach ca 10 Minuten Kampf mit dem Tier, kam der Fisch an die Oberfläche so dass wir ihn sehen konnten. Es war ein Hai!!! Ich konnte es erst überhaupt nicht fassen, und war kurz vorm durchdrehen, die anderen beiden waren ganz entspannt und sagten, ach nur ein kleiner Bronze Hai, nur eineinhalb Meter lang. Eineinhalb Meter?! Der ist ja fast so groß wie ich! Da der Hai nicht am den Haken angebissen hatte, sondern nur mit der Schwanzflosse am Haken war, gestaltete es sich etwas schwierig ihn ins Boot zu bekommen. Der Freund versuchte den Hai mit einem langen, großen Haken ins Boot zu ziehen. Ich stand gebannt dahinter und filmte das Geschehen. In diesem Moment wollte ich mir nicht ausmalen wie es sein würde mit dem wütenden Hai in dem kleinen Boot zu sein. Der Hai wedelte ununterbrochen mit der Schwanzflosse und versuchte sich loszureißen während wir versuchten ihn ins Boot zu bekommen. Letztendlich war der Hai erfolgreich, biss die Angelschnur mitsamt dem Haken und dem Bleigewicht ab und entkam. Im Nachhinein bin ich froh darüber, denn wahrscheinlich wäre entweder ich oder meine Kamera über Bord gegangen wenn der zappelnde Hai im Boot gewesen wäre. Auch auf die Tötung des Hais, bei der wahrscheinlich relativ viel Blut gespritzt hätte, war ich nicht unbedingt scharf.

Nach diesem Ereigniss musste ich mich erstmal beruhigen. Bei mir klappte das auch, mein Magen konnte sich allerdings nicht beruhigen. Anfangs war mir nur etwas mulmig, dann ging es richtig los. Für die nächsten 3 Stunden hing ich über der Reling und gab den Fischen etwas von meinem Frühstück ab. Ein wirklich ekelhaftes Gefühl. Einerseits wollte ich um alles in der Welt wieder zurück an den Strand, andererseits wollte ich den andern beiden nicht den Fischertag ruinieren. Zum Glück hatten sie nach ein paar Stunden wohl doch Mitleid mit mir, wie ich da überm Boot hing, und brachten mich zurück ans Ufer. Wohl die längsten 3 Stunden meines Lebens.

Wieder festen Boden unter den Füßen zu haben tat gut, das anschließende Ausnehmen der Fische eher weniger. Doch mit der Zeit legte sich die Übelkeit wieder, vor allem nach einem kleinen Mittagsschlaf ging es wieder besser. Doch der Tag hatte auch was gutes: Jetzt kann ich den Fischerberuf zumindest schonmal ausschließen.