Chris on Tour

Mein Jahr in Australien, Indonesien, Japan, Neuseeland, Singapur und V.A.E.

09April
2014

Bali

Kilometer lange Schlangen am Schalter unserer Airline im Abflugterminal von Darwin. Kleine Kinder jammern wegen der langen Wartezeit. Die Klimaanlage viel zu stark zum tropischen Klima draußen eingestellt. So begann unsere Reise nach Bali.

Da wir nur Handgepäck dabei hatten, und somit nur unsere Tickets am Schalter hätten holen müssen, dachten wir uns einfach dass wir Online einchecken. Also waren wir innerhalb einiger Minuten eingecheckt, und konnten durch die Sicherheitskontrolle gehen. Dahinter gingen wir noch etwas Essen, weil man in den Billigfliegern das Essen immer extra bezahlen muss. Als ich mir nach einer halben Stunde mein Online Ticket nochmal genauer anschaute, fiel mir das Kleingedruckte auf: "Verifizieren sie ihre Unterlagen am Schalter". Der Schalter war natürlich schon geschlossen, deshalb versuchten wir so schnell wie möglich zu unserem Gate zu laufen. Doch zuerst kamen wir in die nächste Sicherheitskontrolle. Wir hatten uns nämlich nur im Bereich der Inlandsflüge aufgehalten, nich im Internationalen. Deshalb mussten wir noch die Ausreisepapiere für Australien ausfüllen und uns in die nächste Schlange einreihen. Panisch versuchten wir beides gleichzeitig zu machen, da uns die Zeit davon lief. Als wir endlich am Schalter für die Ausreise ankamen und unsere Handys mit den Online Tickets herzeigten, wurde uns mitgeteilt dass die Tickets nicht gültig sind und wir nur mit einem ausgedruckten Ticket ins Flugzeug kommen würden. Wir diskutierten minutenlang mit diesem Typen und flehten ihn an, dass er uns noch ins Flugzeug lässt, da ja eigentlich alle Informationen auf unserem Display standen. Minuten die sich anfühlten wie Stunden verstrichen, während er mit seinen Kollegen redete, in sein kleines Walkie Talkie sprach und seine Blicke zwischen uns und den Handys schweifen ließ. Dann kam er mit finsterer Miene auf uns zu. "You are very, very lucky today." Normalerweise würden sie so etwas nicht durchgehen lassen aber heute hätten wir eben sehr, sehr viel Glück. Ein Mitarbeiter war noch zum Schalter gelaufen und hatte unsere Tickets ausgedruckt. Heilfroh über diesen sportlichen und engagierten Mitarbeiter, der für uns sowieso das Abzeichen "Mitarbeiter des Jahres" verdient hat, konnten wir uns nun endlich am richtigen Schalter entspannen. Dachten wir zumindest.

Hinter uns wurde ein italienischer Backpacker beschuldigt, einer Frau die Handtasche gestohlen, und daraus ihr ganzes Geld genommen zu haben. Deshalb gab es eine größere Auseinandersetzung mit der Polizei, welche nicht besonders zum entspannen anregte. Dann begegneten wir noch einem deutschen Pärchen, das wir auf der Strecke von Perth nach Broome schon einige Male getroffen haben. Es war nur eine von den vielen Begegnungen die einem klar machen, wie klein die Welt doch ist. Im Flugzeug erwarteten uns dann die extrem luxoriösen Sitze mit der Beinfreiheit wie in einer Limousine, wie man sie ja von Billigfliegern gewohnt ist. Der Flug war anfangs sehr unangenehm da wir durch eine extrem dicke Wolkenschicht fliegen mussten und die Turbulenzen dementsprechend stark waren. 2 Stunden später hatten wir es dann aber geschafft, wir waren endlich auf Bali angekommen!

Dort herrschten die selben tropischen Klimabedingungen wie in Darwin, deshalb fühlten wir uns gleich heimisch. Als wir die Immigration passierten war heimisch das Wort welches ich wohl nie sagen würde, nachdem ich das Chaos um mich sah. Überall Taxifahrer die dich zu überteuerten Preise fahren wollen, und dich teilweise verfolgen und minutenlang nerven. Am Ende teilten wir uns mit dem deutschen Pärchen ein Taxi zum Hotel, welches sie vorher ausgewählt hatten. Nun begann die schlimmste Fahrt meines Lebens: Auf zwei Spuren fuhren konstant drei Autos und mehrere Roller, Spurwechsel ohne blinken oder zu schauen ob jemand kommt, ständiges Hupen, anfahren wie bei einem Straßenrennen, quietschende Reifen beim Abbremsen um nicht einen der tausend Rollerfahren zu überfahren. Anna war im Gegensatz zu mir ganz entspannt, weil sie schon über 2 Monate in Asien unterwegs war und sich schon an die verrückten Verkehrsverhältnisse gewöhnt hatte. Ich war auf jeden Fall froh dass wir sehr bald im Hotel ankamen.

Nach diesem Höllenritt erwartete uns nach 3 Monaten die wir bei absoluter Hitze im Zelt oder Auto verbracht haben, der pure Luxus. Ein eigenes, riesiges Bett, eine Badewanne, Klimaanlage und Minibar, ein großer schöner Pool und, und, und.

Hotel Nr 1

Nachdem wir mal wieder richtig ausschlafen konnten, begann unsere Rundreise um Bali. Wir verbrachten die Tage mit Besichtigungen von Tempeln, Reisterassen, Wasserfällen und Vulkanen rund um die Insel, schnorcheln an einem Korallenriff im Norden, Surfen im Süden, Entspannen bei etlichen Massagen und mit genießen der indonesischen Küche in den zahllosen Restaurants.

Hotel Nr 2 Hotel Nr 3 Hotel Nr 4

Nach dieser Woche ist es aber auch wieder schön zurück nach Australien zu kommen, nicht mehr von Taxifahrern, die geisteskrank um die Insel düsen, über den Tisch gezogen zu werden, und man wieder über Märkte schlendern kann ohne dass einem hunderte Sachen angedreht werden. Ab jetzt kostet aber ein Menü wieder 20 Dollar, keine 80 Cent wie auf Bali, für 30 Dollar bekommt man nur noch einen Campingplatz und kein Luxushotel oder Bungalow am Strand.