Chris on Tour

Mein Jahr in Australien, Indonesien, Japan, Neuseeland, Singapur und V.A.E.

11Mai
2014

Angekommen in Japan!

Nachdem Anna und ich den Flug von Sydney über Singapur nach Tokio gut überstanden haben, waren wir erstmal überwältigt. Nachdem wir endlich jemand gefunden hatten, der der englischen Sprache mächtig war, fuhren wir mit einem hochgeschwindigkeitszug ins Stadtzentrum. Dort wurden wir dann erstmal mit riesigen und lauten Leuchtreklamen begrüßt. Auf der Suche zu unserem Hotel verliefen wir uns natürlich, da es dort weder Straßennamen noch richtige Hausnummern gibt. Mit freundlicher Mithilfe von einigen Shopbesitzern fanden wir dann noch unseren Weg.

Das Hotel war sehr speziell. Als erstes muss man seine Schuhe ausziehen und in einen Spind sperren. Dann sind die Schlafräume von Männern und Frauen getrennt. Und dann kommen erst die Betten. Da dies ein sogenanntes Capsule Hotel ist, besteht der Schlafraum aus einer Reihe von "Kapseln". Dort liegt eine Matratze und ein kleiner Fernseher. Abgeschlossen wird nur mit einem kleinen Vorhang.

Auch der Badezyklus ist hier sehr gewöhnungsbedürftig. In einem großen Raum setzt man sich auf einen Hocker, um sich mit einem Duschhahn zu duschen. Umgeben von 20 anderen nackten Japanern. Das nächste Kuriosum kommt dann zwischen 10 und 4 Uhr. Während dieser Zeit muss Ausgecheckt werden.

Anfangs erscheint einem Tokio etwas komisch. Kein Mensch kann englisch, es wird überall von irgendwelchen Japanern rumgerotzt und auf den Boden gespuckt, dann wird es aber als unhöflich angesehen zu niesen oder zu schnäuzen. Komische Barbesitzer zwingen einen zum Essen auch noch ein Getränk zu kaufen. Beim Sushi wird Wasabi bereits vorher eingefügt, sodass man die Schärfe erst spürt wenn es schon zu spät ist. In einem Park werden offenbar die zukünftigen Soapstars trainiert, eine andere Erklärung würde mir nicht einfallen: Eine Handvoll junger Japaner stand in diesem Park vor einem Brunnen und haben über eine Stunde einfach nur wie gestört gelacht. Ab und zu mal wieder geweint, aber hauptsächlich war nur das falsche Lachen zu hören.

Unser Sightseeing Programm starteten wir im Stadtteil Shinjuku. Dort fuhren wir zu der Aussichtsplattform des Rathauses von Tokio. Von dort genossen wir den tollen Blick und versuchten uns in der 35 Millionen Stadt zurecht zu finden. Dann machten wir uns wieder auf den Weg zu unserem Hotel, um in unsere Schlafkapseln zurück zu kriechen.

Das war der erste Tag in Tokio, den wir sehr übermüdet und erschöpft noch nicht richtig genießen konnten. Anfangs machte ich mir schon Sorgen wie ich es in diesem blöden Hotel und generell in Japan aushalten würde, doch bereits am zweiten Tag zeigte mir Tokio ein komplett anderes Gesicht.

Wenn man mal von der Empfangsdame unseres Hotels absieht, sind die meisten Japaner sehr freundlich und hilfsbereit. Trotz geringer Englischkenntnisse versuchen sie einem zu helfen und die Botschaften, die wir mit Händen und Füßen vermitteln wollen, zu verstehen. Die anfängliche Orientierungslosigkeit legt sich auch sehr schnell, sobald man das extrem effiziente und einfache Zugsystem entdeckt hat. Anna und Ich buchten uns für den nächsten Tag noch ein anderes Hotel - in dem es wieder normale Betten und Duschen gibt - und fuhren dann mit dem Zug Richtung City los.

Dank dem guten Zugsystem konnten wir uns mehrere Stadtteile Tokios in kurzer Zeit ansehen. In einem langen Tag sahen wir viele verschiedene Facetten der Japanischen Hauptstadt. Die 12 Stunden Sightseeing starteten wir in Shinjuku, einem Stadtteil mit riesigen Wolkenkratzern und ganz viel Japan Kitsch. Riesige Spielhallen sind hier Tür an Tür mit großen Manga-geschäften und Kuscheltierläden.

 Shinjuku

Danach gings ins edlere Viertel Ginza, in dem der Kaiserpalast und der größte Fischmarkt der Welt liegt. Diese beiden Dinge stehen noch auf unserem Restprogramm. Im nächsten Stadtteil, Ueno, betraten wir einen wunderschönen Park mit Seen und Tempeln. Direkt daneben war eine große Marktstraße in der man alles erwerben konnte was man will.

In Asakusa sahen wir uns einen weiteren tollen Tempel an, der wie scheinbar alles in Tokio extrem gut erhalten ist.

Bevor wir uns wieder zurück in unser Hotel begaben, besuchten wir ein großes Spektakel, das hier jeden Abend stattfindet. Im Stadtteil Shibuya befindet sich nämlich die am meist benutzte Kreuzung der Welt. Mit einer Ampelschaltung wechseln hier bis zu 1000 Menschen die Straßenseiten. Bei nacht sieht dies besonders toll aus. Um die Japanische Bevölkerung zu beobachten gibts es ebenfalls keinen besseren Platz. Ist ein sehr interessantes und diszipliniertes Völkchen.

Auf unserer letzten Zugfahrt zum Rathaus standen die Japaner alle brav eingereiht am Bahngleis. Unvorstellbar in Deutschland.

Von der Aussichtsplattform des Rathauses genossen wir noch die Sicht über das Lichtermeer Tokios unter uns, bevor wir uns nach dem langen Tag in unserem Hotel schlafen legten. Wahnsinn wie schnell sich die Meinung über eine Stadt ändern kann.

Nach diesem Power - Tag änderten wir erstmal unseren Wohnort. Nachdem wir uns auf dem langen Weg von der Bahnstation bis zum Hotel wieder ein paar mal verlaufen hatten, waren wir froh über eine Rast, als wir unser Ziel erreicht hatten. Den Rest des Tages verbrachten wir dann im Yoyogi Park, der zwischen all den Wolkenkratzern dem Central Park ähnelt. Den Abend verbrachten wir wieder mit Leute beobachten an der Shibuya Crossing.

Den heutigen Tag haben wir mit Gedanken an unsere in Deutschland zurück gelassenen Mütter verbracht. Zum Glück fanden wir aber dennoch Zeit uns den Kaisergarten und den Hauptbahnhof mit seinem schönen Geschäftsviertel anzusehen.

Morgen wird früh aufgestanden um den Fischmarkt zu besuchen. Dort werden riesige Thunfische und Octopusse an die Großhändler versteigert.

Soweit meine erste Woche in Japan, euch noch einen schönen Muttertag!