Chris on Tour

Mein Jahr in Australien, Indonesien, Japan, Neuseeland, Singapur und V.A.E.

01Dezember
2013

Alleine im Paradies

Am Samstag wollte ich mich mit einem Mädchen aus Albany treffen und vorher noch ein bisschen die Stadt erkunden. Albany ist ca 50 km von dem Haus meiner Gastfamilie entfernt, aber da das hier in Australien keine wirkliche Entfernung ist, und einer der Jungs dort öfters Gymnastiktraining hat, fahren wir relativ oft dorthin. Es ist eine kleine beschauliche Küstenstadt, mit schönen Stränden und einem kleinen Hafen. Es gibt einen Rundweg vom Middleton Beach, einem der Hauptstrände, zum Stadtzentrum, der einem tolle Blicke auf den Ozean und die Tierwelt darin gewährt. Im Winter kommen Wale in die Bucht, im restlichen Jahr muss man sich mit Delfinen und Robben begnügen. Allerdings können, wie die Spiele gegen Dortmund und Braunschweig zeigen, Robben auch sehr gut sein.

Ich nahm mir also vor von dem Strand in die Stadt zu gehen und machte mich auf den Weg. Sobald ich den Fuß auf die erste Stufe des Weges gesetzt hatte, setzte monsun -artiger Regen ein. Da ich zwar eine Regenjacke, jedoch keinerlei Schutz für meine Wertsachen hatte, musste ich mich bei einer Informationstafel unterstellen, und darauf warten dass der Regen aufhört. Da mir diese Regenpause aber nur kurz vergönnt war, lief ich zum nächsten Aussichtspunkt und fand zum Glück zwei Jungs aus Kanada, die mich mit dem Auto in die Stadt fuhren. Kaum angekommen, begrüßte mich strahlender Sonnenschein in der Bucht. Die Stadt wird nicht umsonst als Stadt bezeichnet, in der man alle 4 Jahreszeiten an einem Tag erleben kann.

Im Hafen standen einige Werbetafeln auf denen "The Race of your Life" stand. Dieses Rennen ist eine Weltumsegelung bei der jeder teilnehmen kann. Auch ohne Vorkenntnisse. Ich malte mir schon dieses nächste Abenteuer in den schönsten Farben aus, einmal mit 20 anderen noch unbekannten Leuten um die Welt segeln, Stops in Singapur, New York und Rio und der rauen, wilden See trotzen. Sobald ich dann allerdings den Preis für das kleine Around the World Ticket erfahren hab, wurde mir bewusst dass die Teilnehmer vielleicht doch in einer anderen Preisklasse angesiedelt sind. Für 60.000 € könnte man sich auch was anderes gönnen.

Das Treffen mit dem oben genannten Mädchen fiel dann ins Wasser, da ich verfrüht wieder nach Hause musste. Das wird jedoch hoffentlich bald nachgeholt, da mir von Marina (dem Mädchen) bereits ein bestimmt vorzügliches Essen versprochen wurde. Sie hat sich am Telefon auch wirklich sehr lieb angehört und ist zudem auch noch Bayern Fan! Was will man mehr.

Am Abend wurde dann wieder gegrillt und wir haben uns eine DVD ausgeliehen. Da die Eltern "Ziemlich beste Freunde" noch nicht kannten, musste ich diese Bildungslücke für sie schließen. Immer wieder schön den Film zu sehen.

Heute war dann ein wirklich wundervoller Tag. In der Früh ging ich wieder fischen und hab sogar etwas gefangen. Dennoch hatte ich immer etwas Mitleid die Fische so grausam sterben zu lassen. Auch die glibbrige Konsistenz der Fische konnte mich nicht weiter fürs Fischen begeistern. Da man von dem Platz an dem wir angeln waren, Delfine die im Wasser herumsprangen, sehen konnte, war es trotzdem ein super Morgen.

Mein erster Fisch

Nachdem wir den ältesten Sohn vom Surfen abgeholt hatten, gings zu DEM Traumstrand! Ca 20km abseits von jeglicher Zivilisation, lag mir ein weißer unberührter Strand, mit türkisblauem Wasser zu Füßen. Dadurch dass der Strand nur mit einem großen Allrad Fahrzeug zugänglich ist, man ca 20 min durch Busch und Wald fährt, und die ganze Zeit komplett durchgeschüttelt wird, sodass man in Zukunft jede Achterbahn auf der Wiesn als langweilig empfinden wird, bleibt der Strand vom großen Andrang der Touristen verschont. Ganz alleine an diesem paradiesischen Ort zu sein, war unbezahlbar. Aber in diesem Fall sagen wohl die Bilder mehr als tausend Worte meinerseits.

 Down Under

Nach ein paar Stunden puren Luxus fuhren wir auf die andere Seite des Nationalparks, auf der das genaue Gegenteil auf mich wartete. Harte, schwarze und raue Felslandschaft, die aber nicht minder schön ist. Da mir die astronomische Höhe dieser Felsen gepaart mit dem stark einsetzenden Wind etwas Angst einjagte, war es wieder Zeit für Strand.

Der nächste Traumstrand war nur ein paar Kilometer weiter und viel leichter zugänglich, das machte sich allerdings auch bei der Anzahl an Touristen bemerkbar. Nachdem ich an diesem Tag schon mit solch einem wunderschönen Strand verwöhnt wurde, hatte ich für den "Touri-Strand" nicht mehr ganz so viel Enthusiasmus übrig, was dem Strand aber eigentlich nicht gerecht wird.

Nach so vielen tollen Eindrücken wartet morgen wieder Arbeit auf mich. Aber irgendwo muss das Geld für die Weltumsegelung ja herkommen.