Chris on Tour

Mein Jahr in Australien, Indonesien, Japan, Neuseeland, Singapur und V.A.E.

Berichte von 02/2014

23Februar
2014

Margaret River

In Margaret River, dem Surferparadies, stand als erstes natürlich Surfen auf dem Programm. Da die Windverhältnisse allerdings nicht ideal waren, gab es nicht so viele Möglichkeiten wie sonst. An einem Strand waren die Wellen trotzdem super, deswegen verbrachten wir die ersten Tage dort, und genossen die Atmosphäre.

Auf dem Campingplatz habe ich dann erst zwei Mädels aus Eggenfelden kennengelernt mit denen ich dann zu einer Weinprobe gefahren bin. In einem wunderschönen Weingebiet alle verschiedenen Weinsorten zu probieren war echt klasse. Am Abend gings dann wieder zum Surfen, was diesmal allerdings nicht ganz so spaßig war. Bei einer besonders großen Welle bekam ich mein Board nicht unter Kontrolle und schlug mir meinen Kopf am Boden an. Halb benommen konnte ich dann noch zurück schwimmen und wieder zurück fahren. Als die Schmerzen nicht weniger wurden, bin ich ins Krankenhaus gefahren und hab mich untersuchen lassen. Dort kam ich mir erstmal wie beim Buchstabierwettbewerb vor, da ich meine ganzen Personalien aufgeben musste und die Krankenschwester kein bisschen verstanden hätte, wenn ich es nicht buchstabiert hätte. Als ich dann von der Ärztin untersucht wurde, musste ich bei den Sehtests wieder buchstabieren und etliche Fragen beantworten. Da ich als scheinbar ok befunden wurde, durfte ich wieder gehen. Nach diesem Ereignis hab ich mein Surfboard dann für die nächste Zeit erstmal nicht ausgepackt.

Die nächsten zwei Tage habe ich dann nur im Schatten am Pool verbracht um mich ein bisschen zu schonen. Dort habe ich dann zwei Mädchen aus Finnland und Deutschland kennengelernt, mit denen ich die restlichen Tage in Margaret River verbracht hab. Am Abend lernten wir dann noch ein Schwedisches Pärchen und einen Iren kennen, der der lustigste Mensch der Welt ist. In dieser Konstellation ging es dann zusammen in den Pub, zu weiteren Weinproben und in eine Schokoladenfabrik.

Nach meinem kleinen Surfunfall entschied ich für mich, das meine Zeit in Margaret River zu Ende war, und ich weiterreisen möchte. Also ging es mit den zwei Mädels und dem Iren Richtung Perth.

20Februar
2014

I <3 Esperance

Unglaublich, wunderschön, atemberaubend, einzigartig: All das und noch viele andere verherrlichende adjektive würde man vermutlich aus den Mündern der Touristenmassen hören - wenn es welche gäbe. Es war wirklich die beste Entscheidung in Esperance auf das gute Wetter zu warten. Ich habe noch nie so wunderschöne, unberührte und menschenleere Strände wie hier gesehen. Und es gibt hier nicht einfach nur einen oder zwei Strände wie in den meisten anderen Städten. Hier gibt es eine 30km lange Staße die am türkisblauen Meer entlangb führt, und einen Strand nach dem anderen zu bieten hat. In dem Fall sagen Bilder einfach mehr als tausend Worte, deshalb lasse ich die Schreiberei, und lasse einfach die Bilder für sich sprechen.

Nachdem Patrick und ich die ganze Zeit an all diesen Traumstränden mit schnorcheln, surfen und entspannen verbracht haben, kam das ultimative Highlight das alles getoppt hat. Wie ich euch ja schon erzählt habe, hat uns diese Frau im Buchladen mit ihrem Sohn vermittelt, der uns auf eine Motoradtour mitnehmen wollte. Nichts ahnend was uns erwartet haben wir uns also mit diesem Typen getroffen, und fuhren zu ihm nach Hause. Dort standen schon 3 Dirtbikes (Motocross) bereit, die nur darauf warteten gefahren zu werden. Da ich bisher noch nie mit einem Motorad, geschweige denn mit einem Offroad-Bike gefahren bin, dachte ich erst dass ich wahrscheinlich sowieso nicht fahren darf, und "nur" zuschauen kann. Der Typ, Jason, war allerdings total entspannd und unbesorgt, sagte ich würde das schon hinbekommen, und ich soll mit keine Gedanken machen, das wird einfach nur mega. Also gings ab zu einer weiteren traumhaften Bucht, die allerdings schon von anderen Adrenalinjunkies belagert war. Große Geländewagen, Quads und andere Dirtbikes rasten über den Strand, als ob es ihr persönlicher Highway wäre, und verwandelten den Strand zur Rennarena. Anfangs war ich noch zum zuschauen verdammt, nach ein paar Minuten durfte ich dann aber auch ran. Ich bekam eine kurze Erklärung, wie ich das Motorad starte, wie ich schalte und fahre. Also stand mir nichts mehr im Weg und ich konnte losdüsen. Schon auf den ersten Metern bekam ich dieses unglaubliche Gefühl der Freiheit, über den Sand fliegend umher zu fahren. Als ich mich dann auch noch an das Motorad gewöhnt hatte, konnte ich alles genießen. Den wundervollen Strand und das Wasser vor mir, alle anderen entgegen kommende Fahrzeuge, die heiße Sonne die mit mir um die Wette strahlte. Es war einfach perfekt. So verbrachten wir die nächsten Stunden in vollkommener Sorglosigkeit und Freiheit, mitten im Paradies. Ich glaube ich habe ja auch schon erwähnt dass es wahr ist, dass die schönsten Dinge im Leben umsonst sind. Auch hier hatten wir dieses fantastische Erlebnis mit Jason kostenlos. Auch nach mehrmaligem Bitten dass wir wenigstens die Benzinkosten übernehmen, lehnte er immer höflich ab und sagte dass das selbstverständlich sei. Ich bin wirklich sehr dankbar für die Erfahrung und dass es noch so liebe und nette Leute gibt!

Nach diesem aufregenden Tag ging es ins nächste Paradies. Einen Nationalpark in der Nähe von Esperance. Auch hier wären keine Worte würdig genug um dieses Fleckchen Erde zu beschreiben.

Thistle Cove Hellfire Bay

Nach einem weiteren unglaublichen Tag ging es dann wieder zurück nach Denmark. Dort gingen Patrick und ich nochmal surfen und planten unseren weiteren Trip. Es ging weiter nach Walpole, ins Valley of the Giants. Ein Tal mit enormen Baumriesen, die man sowohl von unten als auch von oben erkunden konnte. Einige der Bäume haben einen Umfang von 16 Metern, und haben schon mehrere Waldbrände überlebt. An den Stellen der Feuer sind somit Löcher und Öffnungen entstanden, die heute als Durchgang benutzt werden. Auf einer Rampe kann man bis zu 40m hoch zu den Riesen gehen und den Blick von oben genießen. Den Blick von oben kann auch von der Krone eines einzelnen Baums schweifen lassen. Der Weg nach oben besteht nur aus Eisenstangen, die wie eine Leiter nach oben hin in den Baum gerammt sind - ungesichert. Der steile Weg nach oben ist sehr abenteuerlich, vor allem da einige Passagen nur vertikal passierbar sind. Am oberen Ende des über 60 Meter hohen Baums, kann man dann den Blick genießen, und sich schonmal mental auf den Abstieg vorbereiten. Nachdem man 60 Meter über dem Boden auf einfachen Eisenstangen gestanden hat, ist dann der harte Boden wieder sehr willkommen.

Nach dieser Besichtigung ging es dann weiter nach Margaret River, dem Surfmekka Australiens, der Heinat von Weltklasse Weingütern und dem entspannten Lebensfeeling. Hier werden wir unser Lager für eine etwas längere Zeit aufschlagen, da es sehr viel zu entdecken gibt.

Bis demnächst,

Chris

12Februar
2014

Chris unchained! Endlich frei, Roadtrip kann beginnen

Ich habe jetzt die schlimmste Woche in Australien hinter mich gebracht. Mein Chef war nicht nur unglaublich unfreundlich, gehässig und wie der größte Sklaventreiber, sondern hat mir mein restliches Geld auch noch nicht überwiesen. Das komische ist, dass er am einen Tag total unausstehlich, und am nächsten Tag großzügig und nett ist. Von einem Freund wurden mir diese Stimmungsschwankungen als Folge vom Marihuanna erklärt, zu dessen Konsumenten mein Chef gehört. Überhaupt ist ganz Denmark irgendwie ein Hippie Dorf. Es war keine Seltenheit dass ich beim Rasenmähen mal ein paar Marihuanna-Pflanzen im Garten endtdeckt habe. Aber Denmark ist trotzdem wirklich toll und ich bin froh dass ich dieses kleine Städchen gefunden habe und so eine tolle Zeit hier verbringen konnte.

Anfang letzter Woche kam dann Patrick zu mir, was eigentlich Anlass zu Party und der Beginn der Guten Zeit bedeuten sollte, aber zu diesem Zeitpunkt war die Arbeit zu deprimierend. Ich zog also aus der Werkstatt aus, und ging mit Patrick auf den Campingplatz, den ich aber nur ganz früh morgens und abends sah, weil ich eine 70+ Stunden Woche hatte. Da der Campinplatz aber nur eine Minute vom Strand entfernt war, konnte ich teilweise noch für einen kurzen Abendsurf ans Meer, oder mich einfach nur im Wasser treiben lassen. Als dann das lang ersehnte Ende der Woche da war, konnten wir die Party die am Anfang ausfiel nachholen, da jetzt die gute Zeit begann. Wir machten uns für unseren Roadtrip bereit und da wir nun auch ein Auto hatten, konnte es losgehen. Das Auto ist eigentlich eine ziemliche Schrottkarre, die einen enormen Spritverbrauch und eine steinharte, nur teilweise einrastende Kupplung vorweisen kann. Ein paar andere Sachen funktionieren auch nicht, aber solange es fährt ist alles gut. Wir mussten zwar ein paar kostspielige Reparaturen vornehmen lassen, die mehr kosteten als erwartet, aber das Auto hatte diese auch dringend nötig. Jetzt bringt es uns hoffentlich von A nach B, und wenn das funktioniert, dann passt alles.

Zum Beginn der neuen Woche haben wir also das Auto vollgetankt, mit Campingausrüstung ausgestattet, voll mit Essen beladen, sodass wir auch die härtesten Zeiten im Outback überstehen würden, und fuhren einfach drauf los. Ich hab mir dann noch eine Taucherbrille und Schnorchel und eine gopro (Unterwasser und Action Kamera) gegönnt, damit der Trip noch einzigartiger wird. Jetzt brauche ich nur noch ein Surfboard, dann bin ich perfekt ausgerüstet. Im Moment kann ich mir immer mal wieder das Board von Patrick ausleihen, aber der will natürlich selbst damit surfen, deswegen schaue ich dass ich so schnell wie möglich eins finde.

Unser erster Stop war Albany weil wir noch ein paar Sachen besorgen mussten und ich Patrick die Stadt zeigen wollte. Am Abend sind wir dann in einen wunderschönen Nationalpark weitergefahren, und haben einen tollen Campingplatz inmitten eines dicht bewachsenen Tals gefunden, der auch noch kostenlos war. Ein weiterer Beleg dafür, dass die schönsten Dinge auf der Welt umsonst sind. Bei dem Campingplatz gab es einen kleinen, unscheinbaren Pfad, der einen Hügel hinaufging, der an einem umwerfend schönen Strand endete. Der Strand bestach durch seine spektakuläre Landschaft und Unberührtheit, zwischen zwei Bergen gelegen, hunderte Meter lang und menschenleer. Glücklich diesen Platz gefunden zu haben, gingen wir zurück zum Campingplatz und ließen den Abend mit vier anderen Backpackern gemütlich ausklingen.

Am nächsten Morgen legten wir erstmal eine endlose Fotosession an jenem Strand ein um wirklich jedes Motiv einzufangen.

  

Danach packten wir alles zusammen und fuhren weiter Richtung Esperance. In der Erwartung "die weißesten Strände Australiens" und glasklares, türkises Wasser zu sehen, war unser erster Tag erstmal ernüchternd. Strömender Regen und kühle Temperaturen um die 20 Grad. Und das ist wirklich kalt für australische Verhältnisse!

Da das Wetter am Wochenende aber schöner werden soll, verbringen wir die nächsten Tage einfach am Strand und versuchen unsere Surffähigkeiten zu verbessern, denn surfen kann man auch bei schlechtem Wetter. Ein weiteres Highlight am Wochenende wird eine Motorad Tour über die Sanddünen sein. Wir haben nämlich eine sehr nette Dame in einem Buchladen kennengelernt, deren Sohn immer solche Dinge mit seinen Freunden unternimmt, und uns mitnehmen würde. EInfach unglaublich lieb dass sich diese Frau einfach um uns kümmert und uns vermittelt hat.

Ich werde mich jetzt wieder häufiger melden, und auch mehrere Bilder hinzufügen. Bei den letzten Blogeinträgen habe ich jetzt auch die Bilder ergänzt.

Bis Bald,

Chris

01Februar
2014

Home, Sweet Home. Oder doch einfach nur Home.

Das Abenteuer geht weiter! Nachdem es eine kleine Auseinandersetzung mit meinem Kollegen und seinen Freunden gegeben hat, habe ich mich dazu entschlossen auszuziehen. Das ist jetzt nicht unbedingt so wahnsinnig schlimm für mich, da ich nun erstens nichtmehr Putzfrau spielen muss, zweitens mein gekauftes Essen auch wirklich für mich selbst hab, unf drittens ab nächster Woche ein neuer Mitbewohner kommen würde: Eine Phyton. Da ich nicht gerade der größte Schlangenfreund bin, und keine Lust hätte im Schlaf erwürgt zu werden, bin ich froh dass ich diese Bekanntschaft vermeiden konnte. Mein Chef hat mir angeboten bei ihm in der Werkstatt zu schlafen, und dieses Angebot habe ich dankend angenommen. Andernfalls müsste ich im Hostel 30 Dollar die Nacht bezahlen und das Zimmer mit 10 anderen Leuten teilen. Ich kann hier zwar auch keinen wirklichen Luxus genießen, aber es ist definitiv eine Erfahrung wert! Es ist etwas surreal sein "Lager" zwischen all den Rasenmähern, Kettensägen, Maschinen und anderen Geräten aufzuschlagen, mit der Leiter zu meinem Schlafplatz über dem Dach des Büros zu kriechen, keine Dusche oder Küche zu haben, und einfach mitten im Industriegebiet zu "campen", aber die Erfahrung wird mir sicherlich nicht schaden. Allerdings fühle ich mich doch wie ein Asylant der hier Zuflucht sucht. Aber egal, jede neue Erfahrung ist willkommen, und ich werde ja wahrscheinlich nicht mehr so oft in meinem Leben in einer Werkstatt leben. Morgen kommt Patrick mit unserem neu erworbenen Auto zu mir, und wird die nächste Woche hier verbringen bevor ich meine Arbeit abgeschlossen habe, und endlich starten kann. Das Auto habe ich noch nicht gesehen, deshalb warte ich mit gemischten Gefühlen auf unser Gefährt. Ab morgen werde ich dann auch die Bilder hochladen können, da ich dann wieder Zugang zu einem Computer habe.

Bis dahin, Liebe Grüße aus dem Asylantenlager.