Chris on Tour

Mein Jahr in Australien, Indonesien, Japan, Neuseeland, Singapur und V.A.E.

Berichte von 12/2013

24Dezember
2013

Frohe Weihnachten!

Frohe Weihnachten euch allen!

Am Weihnachtstag war hier nicht besonders viel los, da wir noch alles mögliche vorbereiten mussten, und eigentlich den ganzen Tag nur gearbeitet haben. Ich hab mir aber dann doch die Zeit genommen und bin kurz an den Strand gefahren um ein bisschen zu surfen.

Nachdem ich dann am nachmittag nichts mehr zu tun hatte, und all die schönen Weihnachtsfotos der anderen auf Facebook gesehen habe, habe ich euch, meine Familie und alle Freunde sehr vermisst. Weihnachten sollte man mit der Familie verbringen, die guten alten Traditionen pflegen, und nicht irgendwo alleine in Australien rumsitzen. Am Abend kam dann noch mein Chef mit einem Kasten Bier und einem sehr schönen Fotodruck von meinem Arbeitskollegen vorbei, und zeigte mir dass ich hier auch Freunde habe.

Der 25te Dezember, der australische Weihnachtstag, begann für mich schon um 6 Uhr morgens. Da die Kinder natürlich alle darauf brennen die Geschenke zu öffnen, sind sie schon viel zu früh wach. Dämlich wer dass so geregelt hat. Nachdem alle Geschenke geöffnet waren, gings mit dem Boot wieder raus aufs Wasser. Anfangs hatte ich Bedenken dass ich mich wieder die ganze Zeit übergeben muss, worauf ich nicht wirklich Lust hatte, aber da wir diesmal nicht aufs offene Meer rausgefahren sind, sondern nur in einem seeartigen Gewässer dass ins Meer mündet, waren, lief diesmal alles glatt. Es war sehr erfrischend über den stillen "See" zu düsen, und den Geräuschen der Natur zu lauschen. Nachdem wir an ein paar verschiedenen Plaetzen keinen einzigen Fisch gefangen hatten, fanden wir einen super Platz. Die Angeln waren nichtmal 10 Sekunden im Wasser, schon hatte jeder von uns einen Fisch an der Angel. Allesamt Pink Snapper, und teilweise auch sehr grosse. Da allerdings Weihnachten war und die Fische aus diesem Inlet (der See) nicht ganz so gut schmecken wie aus dem Meer, liessen wir alle wieder frei. Aber es war wirklich super lustig ungefähr 40 Fische zu fangen. Einzig die Tatsache dass ich die Fische weder alleine vom Haken nehmen kann, oder auch nur den Fisch für ein Foto zu halten ohne mich an den scharfen Zacken zu schneiden, macht mich wohl nicht zum Fischer. Ein weiteres Highlight wartete danach auf mich. Ich durfte das Boot alleine zum Hafen zurück fahren. Wirklich cooles Gefühl, die Kontrolle über das Boot zu haben.

Pink SnapperBig Fish

Danach kam dann noch die ganze Familie zusammen und wir haben gut gegessen. Natürlich war es nicht so schön wie zuhause und auch das Essen nicht so gut, aber es war ok.

Ich wünsche euch noch schöne Feiertage und ein gutes neues Jahr!

23Dezember
2013

Australische Arbeiter

Man mag ja manchmal behaupten die Deutschen würde härter arbeiten oder sogar besser als andere. Wer dies allerdings gesagt hat, hat noch nie Australier beim Arbeiten gesehen oder einen Australischen Boss gehabt. Heute ging die Arbeit von 6:30 bis 20:00. Dreizehneinhalb Stunden Arbeite. Ohne Pause. 30 Grad Hitze. Aber egal, es gibt eben auch mal längere Tage. Nochmal zurück zu den Schuhen: Als ich gefragt hab ob sie eine Haftplichtversicherung haben die sowas abecken würde, hat die Mutter erstmal gesagt dass sie das nicht glaubt, und dass ich lieber ihren Mann fragen soll. Da der Sachen Geld aber n bisschen komisch ist, um nicht zu sagen ein Depp, hat die Mutter gesagt, er würde eventuell die Hälfte des Preises übernehmen weil ich sie ja auf den Boden gestellt hätte. Ich mein wo soll ich sie denn sonst hinstellen?! Falls ihr mir n paar gute Argumente liefern könnt, dass ich doch noch zu meinem Recht komme, wäre ich euch dankbar.
22Dezember
2013

Christmas Parade

Da es ja auch hier bald Weihnachten ist - was man bei 30 Grad und schwimmen am Strand nicht unbedingt realisiert - wird hier so manches Haus mit Weihnachtsschmuck und -beleuchtung, geschmückt. Besonders am Abend kommt das hier gut zu Geltung, und Straßen die normalerweise sehr ruhig sind, können nur noch im Schritttempo befahren werden, da sich alle die Beleuchtungen ansehen wollen.

Hier in Denmark gibt es eine alljährliche Christmas Parade, bei dem die verschiedensten Autos weihnachtlich geschmückt werden, und dann Lolli werfend durch die Straßen fahren. Mein Chef war mit seinem Auto natürlich auch am Start. Also beendeten wir am Tag der Parade die Arbeit etwas früher und schmückten das Auto, während es Fish & Chips und Bier gab. Da es aber ausgerechnet an diesem Tag wie aus Kübeln regnete, fiel unser Plan mit dem Rasen-Auto vorne weg, dem geschmückten Rasenmäher-Traktor dahinter und zum Schluss mein Kollege mit Weihnachts Mütze und grün-rotem Rasenmäher, im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Da zu allem Überfluss dann noch die ganze Parade abgesagt wurde, waren alle dementsprechend enttäuscht, die kleinen Kinder die sich auf die Lollis gefreut haben wohl am meisten. Mein Chef ließ sich aber nicht beirren und drehte trotzdem ein paar Runden im Dorfzentrum. Allerdings traten wir nur mit dem grünen Rasen Auto und einem überdachten Anhänger an. Mark (der Chef) saß mit seiner Frau und seinen vier Kindern im Auto und mein Kollege und ich standen mit Nikolaus Mütze und den ganzen Lollis im Anhänger. Da mein Kollege einen langen weißen Bart hat, sahen uns besonders die kleinen Kinder halb fasziniert und halb geschockt hinterher, im Glauben sie hätten grade den Nikolaus gesehen. Es war ziemlich witzig durch die Straßen zu fahren, die Lollis den Kindern zu zuwerfen und all die freudigen Gesichter zu sehen. Auch meine Kumpels vom Fussball traf ich dann noch auf der Straße, welche überrascht waren wie ich denn vom normalen Backpacker zum Teil der "renomierten" Christmas Parade geworden bin.

Am Abend haben mich dann noch die zwei Mädels besucht, mit denen ich auf der Great Ocean Road war. Zusammen haben wir dann ein paar Gläser getrunken und gequatscht.

Heute gings dann mal zum entspannen an den Strand. Dort musste ich dann aber erstmal den kleinsten Sohn der Gastfamilie vorm ertrinken retten, da er zu weit rausgeschwommen war und nichtmehr stehen konnte. Die Wasserwacht hatte irgendwie gepennt, deshalb musste ich einspringen. Danach bin ich dann mit einem von den Fussball jungs zu einer riesigen Sanddüne gelaufen, von der man einen super Blick über die Landschaft hat. Da der Junge der Typen vom Surfverleih sehr gut kennt, hat er mich vorgestellt und ich konnte mir einfach so kostenlos ein Board ausleihen. Also paddelte ich mit dem Brett raus und versuchte neben der amtierenden Surfmeisterin von ganz Australien (!) nicht ganz zu blöd auszusehen. Das Mädchen ist erst 16 und hat vor kurzem die Australien weiten U16 und U18 Meisterschaften gewonnen. Da meine Fähigkeiten auf dem Surfbrett bisher aber noch sehr begrenzt sind, werde ich wahrscheinlich nochmal einen Kurs machen.

Zum Schluss noch eine Frage an euch: Der Hund der Gastfamilie hat einen meiner teuren Wanderschuhe zerstört, sodass ich sie nichtmehr benutzen kann. Bisher haben die Eltern noch keine Anstalten gemacht die Schuhe zu bezahlen oder überhaupt Interesse daran gezeigt mich zu entschädigen. Wie sollte ich sie am Besten darauf aufmerksam machen dass sie mir bitte meine Schuhe ersetzen?

17Dezember
2013

Fishing

Diesen Sonntag hatte es 34 Grad, fast keinen Wind und optimale Bedingungen zum Fischen. Also sind der Gastvater, ein Freund von ihm und ich, um halb 4 nachts aufgestanden um möglichst früh mit dem Boot auf dem Wasser zu sein. Nachdem ich mir schon alle möglichen Tipps gegen Seekrankheit geben ließ - Ohrstöpsel in ein Ohr tun damit der Gleichgewichtssinn ausgeschaltet ist, beruhigende Tabletten etc. - war ich recht optimistisch dass ich einen wundervollen Tag auf See haben würde.

Da es um 5 Uhr morgens allerdings noch recht bewölkt und frisch war, war ein schöner Sonnenaufgang nicht sichtbar. Das Boot zu Wasser zu lassen war auch etwas schwierig da die Wellen dauernd gegen das Boot schlugen und wir deshalb völlig durchnässt waren. Klugerweise hatten wir nichts trockenes zum wechseln dabei. Die Fahrt raus aufs Meer war sehr rasant. Etwas zu wild für mich und vor allem für meinen Magen. Noch ging es aber und ich wollte mein erstes Fischer Erlebnis genießen. Zu meiner Erheiterung begleiteten uns ein paar Delfine auf dem Weg in den Ozean.

Nach ein paar Minuten hatte ich auch schon einen relativ großen Fisch an der Angel, der auch noch zu den absoluten Delikatessen gehört. Stolz über meinen Fang wollte ich erstmal den Fisch mit der Kamera fotografieren. Als ich die Kamera herausholte, sahen wir dass sich eine Angel extrem bog, was bedeutete dass wir einen sehr großen Fisch an der Angel hatten. Nach ca 10 Minuten Kampf mit dem Tier, kam der Fisch an die Oberfläche so dass wir ihn sehen konnten. Es war ein Hai!!! Ich konnte es erst überhaupt nicht fassen, und war kurz vorm durchdrehen, die anderen beiden waren ganz entspannt und sagten, ach nur ein kleiner Bronze Hai, nur eineinhalb Meter lang. Eineinhalb Meter?! Der ist ja fast so groß wie ich! Da der Hai nicht am den Haken angebissen hatte, sondern nur mit der Schwanzflosse am Haken war, gestaltete es sich etwas schwierig ihn ins Boot zu bekommen. Der Freund versuchte den Hai mit einem langen, großen Haken ins Boot zu ziehen. Ich stand gebannt dahinter und filmte das Geschehen. In diesem Moment wollte ich mir nicht ausmalen wie es sein würde mit dem wütenden Hai in dem kleinen Boot zu sein. Der Hai wedelte ununterbrochen mit der Schwanzflosse und versuchte sich loszureißen während wir versuchten ihn ins Boot zu bekommen. Letztendlich war der Hai erfolgreich, biss die Angelschnur mitsamt dem Haken und dem Bleigewicht ab und entkam. Im Nachhinein bin ich froh darüber, denn wahrscheinlich wäre entweder ich oder meine Kamera über Bord gegangen wenn der zappelnde Hai im Boot gewesen wäre. Auch auf die Tötung des Hais, bei der wahrscheinlich relativ viel Blut gespritzt hätte, war ich nicht unbedingt scharf.

Nach diesem Ereigniss musste ich mich erstmal beruhigen. Bei mir klappte das auch, mein Magen konnte sich allerdings nicht beruhigen. Anfangs war mir nur etwas mulmig, dann ging es richtig los. Für die nächsten 3 Stunden hing ich über der Reling und gab den Fischen etwas von meinem Frühstück ab. Ein wirklich ekelhaftes Gefühl. Einerseits wollte ich um alles in der Welt wieder zurück an den Strand, andererseits wollte ich den andern beiden nicht den Fischertag ruinieren. Zum Glück hatten sie nach ein paar Stunden wohl doch Mitleid mit mir, wie ich da überm Boot hing, und brachten mich zurück ans Ufer. Wohl die längsten 3 Stunden meines Lebens.

Wieder festen Boden unter den Füßen zu haben tat gut, das anschließende Ausnehmen der Fische eher weniger. Doch mit der Zeit legte sich die Übelkeit wieder, vor allem nach einem kleinen Mittagsschlaf ging es wieder besser. Doch der Tag hatte auch was gutes: Jetzt kann ich den Fischerberuf zumindest schonmal ausschließen.

13Dezember
2013

Endlich eine Arbeit

Die heiße Sonne brennt auf die rote Erde herunter. Die Luft über den hochbewachsenen Hügeln flimmert. Der Schweiß rinnt einem von der Stirn in die Augen. Die Fliegen werden von dem neongelben Arbeitsshirt wie magisch angezogen. Einige fliegen auch ganz bereitwillig als Snack für Zwischendurch in den Mund. Der löchrige Boden lädt dazu ein, ständig umzuknicken, was auch mindestens zwei mal am Tag passiert. Der Körper ächzt unter der Last der Bäume, die zu Haufen gestapelt werden müssen, und die Muskeln brennen vor Anstrengung. Die Kettensägen um einen herum dröhnen extrem laut. Daumengroße "Bull Ants" (Ameisen) versuchen, meistens erfolgreich, einen zu beißen und mit ihrem unbeschreiblich brennendem und quälendem Gift zu füllen. Und dann ist da noch der dämliche Engländer. Falls er mal keine winzigen Stöcken, die selbst für einen Chihuahua zu klein wären, sammelt, ist er damit beschäftigt seine Handschuhe aus und wieder an zu ziehen, zu trinken oder einfach nur blöd in der Gegend rum zu stehen.

So in etwa könnte man meinen Arbeitsalltag beschreiben, wenn man Pessimist wäre. Als Optimist würde es etwa so klingen:

Ich habe täglich die Möglichkeit neue Landschaften und Häuser kennen zu lernen, sie zu verschönern und somit etwas Gutes zu tun. Das Wetter ist jeden Tag super und ich kann den ganzen Tag an der frischen Luft verbringen. Durch die ständige körperliche Anstrengung kann ich mir das Fitness Studio sparen. Auch da mir immer wieder Fliegen in den Mund fliegen, habe ich keine Kosten fürs Mittagessen. Ich kann interessante Aboriginie Medizin am eigen Körpern anwenden indem ich den Saft aus Pflanzen auf die Bull Ant Bisse reibe. Mein Boss und die Kollegen (bis auf den Engländer, aber der wurde inzwischen eh schon wieder gefeuert) sind sehr nett und entspannt. Sie bringen mir jeden Tag neue Begriffe in australischem Slang bei, was mir auch hilft mein Englisch zu verbessern. Und das Beste ist, dass ich für diese Tätigkeiten sogar noch bezahlt werde.

Alles in Allem kann man sagen dass jeder Tag beide Seiten bietet. Mal ist es extrem anstrengend und nervig, dann ist es wieder sehr lustig mit den Kollegen un die Arbeit ist abwechslungsreich. Die anfängliche Unzuverlässigkeit meines Chefs hat sich jetzt, da er sieht dass ich ein guter Arbeiter bin, auch gelegt. Dank unserem Firmenwagen wird uns fast von jedem freundlich zu gewunken, da die Mentalität der Australier super ist. Am motivierendsten ist aber dann doch der Lohn. 22$ pro Stunde, 8-10 Stunden am Tag, 5-6 Tage die Woche. Das ganze 2 Monate lang. Was das insgesamt ausmacht, könnt ihr dank eurem Grundschullehrer alle selbst ausrechnen.

Ich kam diese Woche auf die Idee mir selbst die Haare zu schneiden. Ging n bisschen schief aber egal, hier kennt mich ja keiner, deswegen muss ich mir nichts denken. Da es dann auch schon egal war, probierte ich dann auch noch ne neue Bart Variation aus.

Am Mittwoch durfte ich mir frei nehmen um mit dem Boot des Gastvaters, aufs Meer raus zu fahren, und zu fischen. Das bedeutete um 4 aufstehen, und im Morgengrauen raus aufs Meer. Das Boot zu Wasser zu lassen war relativ einfach, ich musste es einfach nur im Meer festhalten und aufpassen dass es nicht gegen die Felsen kracht. Als wir dann loslegen wollten, ging alles schief. Ein Verbindungskabel zwischen Motor und Lenkrad riss und es war unmöglich zu steuern. Da wir immer mehr auf die Felsen zu trieben, mussten wir irgendwie wieder zurück an den Strand. Während Trent den Motor manuell mit der Hand, bzw beiden Armen steuerte, musste ich das "Gas" betätigen. Da ich noch nie mit einem Boot gefahren bin und nicht wusste wie weit man den Gashebel vor oder zurück ziehen muss, gab ich erst n paar mal Vollgas bis ich den Dreh raus hatte. Wieder heil am Strand angekommen mussten wir das Boot wieder auf den Anhänger hieven. Da dies etwas länger dauerte, blieb dann auch noch der Anhänger und das Auto im Sand stecken, was zu noch mehr Stress führte. Nachdem dies dann auch wieder irgendwie bewältigt war, ging's durchnässt und mies gelaunt heim. Da ich den Tag aber dann nicht einfach mit dem als einzigem Event enden lassen wollte, rief ich meinen Chef an, ob ich nicht doch arbeiten könnte. Also ging's um 7 ab zur Arbeit, die dann bis um 6 dauerte. Nach 15 Stunden auf den Beinen konnte ich dann endlich heim und mich ausruhen.

Die restlichen Tage waren immer so wie oben beschrieben. Morgen werde ich mir mal wieder einen Tag am Strand gönnen, da es 34 Grad heiß wird. Und 34 Grad fühlt sich hier um einiges heißer an, als in Deutschland. Ich hoffe ihr habt jetzt einen guten Eindruck von meiner Arbeit bekommen, falls ihr was wissen wollt, fragt einfach.

Bis bald, euer Chris

01Dezember
2013

Alleine im Paradies

Am Samstag wollte ich mich mit einem Mädchen aus Albany treffen und vorher noch ein bisschen die Stadt erkunden. Albany ist ca 50 km von dem Haus meiner Gastfamilie entfernt, aber da das hier in Australien keine wirkliche Entfernung ist, und einer der Jungs dort öfters Gymnastiktraining hat, fahren wir relativ oft dorthin. Es ist eine kleine beschauliche Küstenstadt, mit schönen Stränden und einem kleinen Hafen. Es gibt einen Rundweg vom Middleton Beach, einem der Hauptstrände, zum Stadtzentrum, der einem tolle Blicke auf den Ozean und die Tierwelt darin gewährt. Im Winter kommen Wale in die Bucht, im restlichen Jahr muss man sich mit Delfinen und Robben begnügen. Allerdings können, wie die Spiele gegen Dortmund und Braunschweig zeigen, Robben auch sehr gut sein.

Ich nahm mir also vor von dem Strand in die Stadt zu gehen und machte mich auf den Weg. Sobald ich den Fuß auf die erste Stufe des Weges gesetzt hatte, setzte monsun -artiger Regen ein. Da ich zwar eine Regenjacke, jedoch keinerlei Schutz für meine Wertsachen hatte, musste ich mich bei einer Informationstafel unterstellen, und darauf warten dass der Regen aufhört. Da mir diese Regenpause aber nur kurz vergönnt war, lief ich zum nächsten Aussichtspunkt und fand zum Glück zwei Jungs aus Kanada, die mich mit dem Auto in die Stadt fuhren. Kaum angekommen, begrüßte mich strahlender Sonnenschein in der Bucht. Die Stadt wird nicht umsonst als Stadt bezeichnet, in der man alle 4 Jahreszeiten an einem Tag erleben kann.

Im Hafen standen einige Werbetafeln auf denen "The Race of your Life" stand. Dieses Rennen ist eine Weltumsegelung bei der jeder teilnehmen kann. Auch ohne Vorkenntnisse. Ich malte mir schon dieses nächste Abenteuer in den schönsten Farben aus, einmal mit 20 anderen noch unbekannten Leuten um die Welt segeln, Stops in Singapur, New York und Rio und der rauen, wilden See trotzen. Sobald ich dann allerdings den Preis für das kleine Around the World Ticket erfahren hab, wurde mir bewusst dass die Teilnehmer vielleicht doch in einer anderen Preisklasse angesiedelt sind. Für 60.000 € könnte man sich auch was anderes gönnen.

Das Treffen mit dem oben genannten Mädchen fiel dann ins Wasser, da ich verfrüht wieder nach Hause musste. Das wird jedoch hoffentlich bald nachgeholt, da mir von Marina (dem Mädchen) bereits ein bestimmt vorzügliches Essen versprochen wurde. Sie hat sich am Telefon auch wirklich sehr lieb angehört und ist zudem auch noch Bayern Fan! Was will man mehr.

Am Abend wurde dann wieder gegrillt und wir haben uns eine DVD ausgeliehen. Da die Eltern "Ziemlich beste Freunde" noch nicht kannten, musste ich diese Bildungslücke für sie schließen. Immer wieder schön den Film zu sehen.

Heute war dann ein wirklich wundervoller Tag. In der Früh ging ich wieder fischen und hab sogar etwas gefangen. Dennoch hatte ich immer etwas Mitleid die Fische so grausam sterben zu lassen. Auch die glibbrige Konsistenz der Fische konnte mich nicht weiter fürs Fischen begeistern. Da man von dem Platz an dem wir angeln waren, Delfine die im Wasser herumsprangen, sehen konnte, war es trotzdem ein super Morgen.

Mein erster Fisch

Nachdem wir den ältesten Sohn vom Surfen abgeholt hatten, gings zu DEM Traumstrand! Ca 20km abseits von jeglicher Zivilisation, lag mir ein weißer unberührter Strand, mit türkisblauem Wasser zu Füßen. Dadurch dass der Strand nur mit einem großen Allrad Fahrzeug zugänglich ist, man ca 20 min durch Busch und Wald fährt, und die ganze Zeit komplett durchgeschüttelt wird, sodass man in Zukunft jede Achterbahn auf der Wiesn als langweilig empfinden wird, bleibt der Strand vom großen Andrang der Touristen verschont. Ganz alleine an diesem paradiesischen Ort zu sein, war unbezahlbar. Aber in diesem Fall sagen wohl die Bilder mehr als tausend Worte meinerseits.

 Down Under

Nach ein paar Stunden puren Luxus fuhren wir auf die andere Seite des Nationalparks, auf der das genaue Gegenteil auf mich wartete. Harte, schwarze und raue Felslandschaft, die aber nicht minder schön ist. Da mir die astronomische Höhe dieser Felsen gepaart mit dem stark einsetzenden Wind etwas Angst einjagte, war es wieder Zeit für Strand.

Der nächste Traumstrand war nur ein paar Kilometer weiter und viel leichter zugänglich, das machte sich allerdings auch bei der Anzahl an Touristen bemerkbar. Nachdem ich an diesem Tag schon mit solch einem wunderschönen Strand verwöhnt wurde, hatte ich für den "Touri-Strand" nicht mehr ganz so viel Enthusiasmus übrig, was dem Strand aber eigentlich nicht gerecht wird.

Nach so vielen tollen Eindrücken wartet morgen wieder Arbeit auf mich. Aber irgendwo muss das Geld für die Weltumsegelung ja herkommen.